Kinder wollen anderen Menschen helfen. Und sie können das, sogar schon im Vorschulalter. Das Jugendrotkreuz führt Kinder spielerisch an Grundbegriffe der Ersten Hilfe heran.

Unfälle sind die Todesursache Nummer 1 bei Kindern und Jugendlichen. Gefahrenquellen lauern überall: zu Hause, im Kindergarten, auf dem Spielplatz oder im Straßenverkehr. Deshalb bereitet das Jugendrotkreuz Kinder bereits im Vorschulalter darauf vor, anderen zu helfen oder Hilfe zu holen.
In unseren Gruppenstunden steht Erste Hilfe ganz oben auf dem Programm. Mit Hilfe von Teddybären oder Bildergeschichten zeigen wir Kindern, wie sie Hilfe per Notruf holen, Verletzte trösten oder Verbände anlegen.
Darüber hinaus haben wir verschiedene Projekte und Programme entwickelt, wie wir Kinder im Kindergarten und der Grundschule oder Jugendliche in weiterführenden Schulen spielerisch an das Thema heranführen und ihnen die Angst vor dem Notfall nehmen können.

Erste Hilfe in der Grundschule
Mit dem Projekt "Kinder helfen Kindern" unterstützen wir Grundschullehrer/-innen dabei, Schüler/-innen fürs Helfen zu begeistern und praktische Fertigkeiten im Bereich Erste Hilfe zu vermitteln. Anhand praktischer Beispiele lernen sie, Risiken und eigene Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und Unfälle zu verhindern.
Im Arbeitsordner "Kinder helfen Kindern - Unfallverhütung und Heranführung an die Erste Hilfe in der Grundschule" finden Grundschullehrer/-innen auf 168 Seitenund 38 Folien fachliche Grundlagen, Stundenmodelle, Arbeitsblätter, Methodenvorschläge und Illustrationen, unter anderem zu den Themen Notruf, kleine Wunden oder Bauchschmerzen. Die Materialien können im Sachunterricht, in einer Arbeitsgemeinschaft oder Projektwoche oder auch außerhalb der Schule eingesetzt werden.
Erste Hilfe in der Sekundarstufe
Mit unserer "Heranführung an die Erste Hilfe in der Sekundarstufe I" geben wir Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufe I Anregungen, wie sie ihren Schülerinnen und Schülern den richtigen Umgang mit Notsituationen beibringen können. Schüler/-innen sollen dadurch über Risiken und Hilfsmöglichkeiten in Notfällen aufgeklärt und in die Lage versetzt werden, im Ernstfall zu reagieren.
Der Ordner enthält auf 117 Seiten fachliche Grundlagen, Stundenmodelle, Arbeitsblätter, Methodenvorschläge und 48 Overheadfolien, unter anderem zu den Themen Notruf, kleine Wunden oder Bauchschmerzen. Die Materialien können im Unterricht an weiterführenden Schulen, aber auch in der außerschulischen Jugendarbeit eingesetzt werden.
Die Lehrer/-innen sollten über eine aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung oder über einen Lehrschein für die Grundausbildung in Erste Hilfe verfügen. Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen vor Ort ist bei den DRK-Kreisverbänden erhältlich.
Informationen zu den Erste-Hilfe-Angeboten vor Ort gibt's in den Landesgeschäftsstellen.
JRK-Schulsanitäter/-innen sorgen bei Schul- und Sportfesten, Ausflügen und an ganz normalen Schultagen für Sicherheit und helfen ihren Mitschülern bei Notfällen. Sie sind fit in Erste Hilfe, wissen, wie man einen Verband anlegt, was man bei Vergiftungen tut und wie man die stabile Seitenlage ausführt.

Schulsanitätsdienst geht weit über Erste Hilfe hinaus: Die Schulsanitäter/-innen des Jugendrotkreuzes übernehmen Verantwortung für ihre Mitschüler/-innen. Sie sind bei Unfällen in der Schule als erste zur Stelle, leisten Erste Hilfe und informieren wenn nötig den Rettungsdienst. Das sind wichtige Aufgaben, die Wissen und Einfühlungsvermögen, aber auch Selbstbewusstsein und Teamarbeit erfordern.
Teamgeist ist gefragt
Beim Schulsanitätsdienst gibt es keine Einzelkämpfer/-innen, das Miteinander steht im Vordergrund. Einer lernt vom anderen. Hilfeleistung und Toleranz werden trainiert. Im Mittelpunkt der regelmäßigen Treffen stehen nicht nur Besprechung und Weiterbildung, sondern auch gemeinsamer Freizeitspaß und gegenseitige Unterstützung. Schülerinnen und Schüler übernehmen gemeinsam mit einem Kooperationslehrer oder einer Kooperationslehrerin selbst die Planung ihrer Treffen, kümmern sich um ihre Einsätze, die Materialien und versuchen schon im Vorfeld, Unfallsituationen zu vermeiden.

Ausbildung und Aufgaben
Interessierte Schülerinnen und Schüler werden vom Jugendrotkreuz oder durch eine/-n ausgebildete/-n Kooperationslehrer/-in in Erster Hilfe geschult.
Sie lernen, was in Notfällen zu tun ist und wie sie Gefahren erkennen, bevor etwas passiert. Mit Rollenspielen trainieren sie den Umgang mit Verletzten. Einfühlungsvermögen ist dabei wichtig, denn gerade jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler sind bei Unfällen oft verängstigt. Sie zu beruhigen, vor neugierigen Blicken abzuschirmen oder aufzumuntern – auch das sind Aufgaben der Schulsanis.
Außerdem sind die Schulsanis für die Verwaltung und Ergänzung des Sanitätsmaterials an der Schule zuständig. Und sie sichern Veranstaltungen der Schule ab.
Tätigkeitsfeld Schule
Parallel zur Ausbildung durch das Jugendrotkreuz liegt es in der Verantwortung der Schule, dass die Schulsanitäter/-innen einen geeigneten Raum zur Verfügung haben, in dem sie Verletzte betreuen und die dafür notwendigen Materialien lagern können. Diesen Raum aufgeräumt und sauber zu halten, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Schulsanitäter/-innen.
Wichtig ist auch ein Aushang in jedem Klassenzimmer mit den Dienstzeiten der Schulsanitäter/-innen und ihren jeweiligen Unterrichtsräumen, damit sie im Notfall schnell geholt werden können.
Und natürlich spielt die Kooperationslehrerin/der Kooperationslehrer, die/der die Arbeitsgemeinschaft betreut eine zentrale Rolle.
Teamarbeit im Schulsanitätsdienst
Meistens sind die Schulsanitäter/-innen in Arbeitsgemeinschaften organisiert. Sie treffen sich regelmäßig, um über Einsätze zu berichten, die Einsatzpläne abzustimmen und ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse zu vertiefen. Da der Schulsanitätsdienst vom Jugendrotkreuz vor Ort organisiert wird, finden in vielen Regionen auch regelmäßige Wochenendfreizeiten und Wettbewerbe für die Schulsanitäter/-innen statt.
Ausführlichere Informationen zum Schulsanitätsdienst gibt’s hier.
Informationen zu den Ansprechpartnern vor Ort erteilen die JRK-Landesgeschäftsstellen.
Jedes Jahr verunglücken Menschen beim Baden, Surfen, Skifahrern oder Bergsteigen. Wie man ihnen helfen kann, lernen Jugendrotkreuzler/-innen in der Berg- und Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes.

In Gemeinschaft mit Gleichgesinnten etwas Sinnvolles tun, anderen im Notfall helfen können, draußen sein und Spaß am Sport - das sind gute Argumente, die für das Engagement im Jugendrotkreuz sprechen. Rund 32.000 Kinder und Jugendliche sind mit Begeisterung in der Berg- und Wasserwacht des Roten Kreuzes aktiv. Sie machen sich fit in Erster Hilfe und lernen die Rettungstechniken und –geräte der Berg- und Wasserrettung kennen.
Wer helfen will, muss fit sein
Neben der Ausbildung in den Rettungstechniken steht sportliches Training auf dem Programm der Jugendrotkreuzler/-innen. Wer anderen im Ernstfall helfen will, muss schwimmen, tauchen, Skifahren oder klettern können - auch in unwegsamem Gelände.
Wie fit sie sind, testen die Jugendrotkreuzler/-innen in der Wasserwacht spielerisch bei Wettbewerben und küren alle zwei Jahre den Bundessieger der Rettungsschwimmer.

Gemeinschaft und Natur erleben
Wer zum Jugendrotkreuz kommt, findet schnell Freunde. Die gemeinsam verbrachte Zeilt auf den Wasserrettungsstationen oder den Hütten der Bergwacht verbindet und bietet Kinden und Jugendlichen die Chance, soziale Fähigkeiten zu erwerben.
Darüber hinaus setzen sich die Jugendrotkreuzler/-innen für den Schutz der Umwelt ein. Sie führen vielerorts Naturschutzstreifen durch, beseitigen Müll von Stränden und aus Wäldern und klären andere Menschen über den richtigen Umgang mit der Natur auf.
Link: DRK-Bergwacht
Link: DRK-Wasserwacht
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