Verbot von Streubomben

Am 3. Dezember haben mehr als 100 Staaten in Oslo eine internationale Konvention zum Verbot von Streubomben unterzeichnet. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz begrüßt dieses Abkommen.

Ein Junge im orthopädischen Zentrum in Saida. Foto: ICRC/M Kokic
Dieser Junge wurde Opfer einer Streubombe. Er erhält im orthopädischen Zentrum in Saida (Libanon) eine Prothese

Streubomben gefährden in vielen Ländern das Leben von Millionen Menschen. Sie verteilen große Mengen kleiner Sprengkörper über große Flächen, haben in der Vergangenheit zahlreiche zivile Opfer gefordert und ganze Landstriche verseucht. Die weltweite Ächtung von Streubomben ist mit der Unterzeichung einer internationalen Konvention zum Verbot dieser Waffen am 3. Dezember einen großen Schritt näher gekommen. Die sogenannte Convention on Cluster Munitions verpflichtet die beteiligten Staaten, innerhalb von acht Jahren die Herstellung und Verbreitung von Streubomben zu verbieten. Ferner verpflichtet es die Staaten, ihre Lagerbestände zu vernichten, die verseuchten Gebiete zu räumen und den Opfern zu helfen. Die größten Militärmächte der Welt, die USA, China und Russland, blieben der Unterzeichnungszeremonie in Oslo allerdings ebenso fern wie Israel, Indien und Pakistan. Sie zählen zu den Hauptproduzenten von Streumunition, stehen nun aber zunehmend unter Druck, dem Abkommen ebenfalls beizutreten. Das Abkommen tritt in Kraft, wenn es von mindestens 30 Staaten ratifiziert wurde, d.h. den nationalen Gesetzgebungsweg durchlaufen hat.

Ein Rehabilitationszentrum für Steubomben-Opfer in Laos. Foto: ICRC/J. Holmes
Ein Rehabilitationszentrum für Steubomben-Opfer in Vientiane, Laos

Konvention ist wichtige Weiterentwicklung des humanitären Völkerrechts

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterstützt die universelle
Anerkennung des Übereinkommens mit Nachdruck und wird sich dafür
einsetzen, dass es so rasch wie möglich in Kraft treten kann. Wie der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, an der Unterzeichnungskonferenz in Oslo sagte, wird sich "der wahre Erfolg des erzielten Ergebnisses daran messen , wie sich das Leben der betroffenen Menschen und ihrer Gemeinschaften in den kommenden Monaten und
Jahren verändern wird. Dieser historische Prozess, zu dem auch die
Unterzeichnung des Übereinkommens gehört, wird erst dann
abgeschlossen sein, wenn diese Waffen nicht mehr eingesetzt werden, die
Lagerbestände vernichtet und die versuchten Gebiete geräumt sind und die
Opfer die nötige Hilfe erhalten haben, um ein neues Leben aufzubauen."

Weitere Infos

Informationen zum Verbot von Streubomben gibt’s auf der Website des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.

Informationen zu den Angeboten des Jugendrotkreuzes zum humanitären Völkerrecht gibt’s hier.

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