Ratgeber Essstörungen

Bis zu 600.000 Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren sind in Deutschland von Magersucht bedroht. Ein großes Problem sind Websites im Internet, die Essstörungen verherrlichen und Jugendliche in ihrer Krankheit bestätigen.

Mädchen vom Kampagnen-Plakat. Foto: Sebastain Schürer
Problemfigur? Nur in meinem Kopf! So lautet ein Slogan der JRK-Kampagne.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat gemeinsam mit
der länderübergreifenden Initiative "jugendschutz.net" eine Informationsbroschüre
zu Essstörungen wie Anorexie und Bulimie und ihrer Verherrlichung im Internet
herausgegeben. Die Broschüre gibt Eltern, pädagogischen Fachkräften und Providern
wertvolle Informationen und Ratschläge.

Die Broschüre erscheint im Rahmen der ressortübergreifenden Initiative der Bundesregierung "Leben hat Gewicht". Sie soll auf die wachsende Gefahr aufmerksam machen, die Essstörungen wie Anorexie und Bulimie darstellen. Fast ein Viertel (22 Prozent) der 11- bis 17-jährigen Mädchen in Deutschland leidet an Magersucht (Anorexia nervosa) und Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) - Tendenz steigend.  Die Folgen sind
gravierend, rund 20 Prozent der Betroffenen sterben. Verschärft wird das Problem
durch das Internet: Auf Websites und in Chatforen werden Anorexie ("Ana") und
Bulimie ("Mia") verharmlost oder verherrlicht und als erstrebenswerter Lifestyle
dargestellt.

Ratgeber des Bundesministeriums. Foto: BMFSJ

Im Rahmen seiner Kampagne „Deine Stärken. Deine Zukunft. Ohne Druck!“ engagiert sich das Jugendrotkreuz gegen den Ausbruch von psychosomatischen Krankheiten, wie z. B. Essstörungen, bei Jugendlichen.
Das Jugendrotkreuz hat die Filmpartnerschaft für den Dokumentarfilm „Die dünnen Mädchen“ übernommen, der dieses Jahr in vielen deutschen Kinos zu sehen ist.
erzählt auf sehr persönliche und schicksalhafte Weise, wie acht junge Frauen von ihre „überrollt werden, dem Druck nicht standhalten können und trotzdem verzweifelt versuchen, die Kontrolle zu behalten.

Mit seiner Kampagne möchte das JRK präventiv eingreifen, damit Kinder und Jugendliche frühzeitig die Fähigkeit erwerben, mit Anforderungen angemessen umzugehen: Mädchen und Jungen brauchen dafür Raum und Zeit, um ihre Stärken zu entdecken. Sie benötigen mehr individuelle Förderung, mehr Möglichkeiten zur Mitsprache sowie Unterstützung von Politik, betrieben, Medien, Schulen und Jugendverbänden. 

 


Links

Mehr zur Kampagne und über den Film: http://www.deine-staerken.org/

Die Broschüre „Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet. Ein Ratgeber für Eltern, Fachkräfte und Provider“ gibt es hier zum Bestellen und Download. 

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